Klimagerechtigkeit

Klimapolitik sozial gerecht gestalten

Der Klimawandel führt uns die Grenzen unseres Planeten vor Augen – und konfrontiert uns gleichzeitig mit der Grenzenlosigkeit der Auswirkungen unseres Handelns. Wir sind aufgefordert, gemeinsam die Formen unseres menschlichen Zusammenlebens neu zu gestalten.

Auf dem Weltgipfel für Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro unterzeichneten 154 Staaten die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen und setzten sich damit zum Ziel, „die Stabilisierung der Treibhausgaskonzentrationen in der Atmosphäre auf einem Niveau zu erreichen, auf dem eine gefährliche anthropogene Störung des Klimasystems verhindert wird.“ (UNFCCC, Art. 2) Zwanzig Jahre später ist es den mittlerweile 194 Vertragsstaaten gelungen, sich auf ein Maximum von 2 Grad als Obergrenze der durchschnittlichen globalen Erwärmung zu einigen sowie darauf, bis 2015 ein Abkommen verhandeln zu wollen, das für alle Vertragsstaaten rechtlich verbindliche Emissionsziele enthält. Doch noch immer stehen die zögerlichen Fortschritte, die im Rahmen der jährlichen Klimaverhandlungen der Vereinten Nationen erzielt werden konnten, in drastischem Widerspruch zu dem, was der Klimawandel von uns verlangt - nämlich schnelles, entschlossenes und ambitioniertes Handeln.

Dass sich die Verhandlungen im Bereich des internationalen Klimaschutzes so schwierig gestalten, liegt nicht zuletzt daran, dass sie nicht losgelöst von dem Problem einer als zutiefst ungerecht empfundenen Weltordnung betrachtet werden können. Denn die Tatsache, dass ausgerechnet jene Länder, die am wenigsten zur Entstehung des Klimawandels beigetragen haben, nun am stärksten von dessen Folgen betroffen sind, ist kein Zufall, sondern Ausdruck einer historisch gewachsenen, strukturellen Ungerechtigkeit, der die Klimapolitik Rechnung tragen muss. Die historische Erfahrung des Kolonialismus und die nur zögerliche Bereitschaft der Industriestaaten, ihre umwelt- und klimapolitische Verantwortung nicht nur in Worten, sondern auch durch Taten anzuerkennen, haben ein Klima des Misstrauens geschaffen, das die Verhandlungen überlagert und immer wieder zu Blockadesituationen führt. Dies umso mehr, als der Klimawandel uns schonungslos mit der gegenseitigen Abhängigkeit konfrontiert, in der wir uns mit Blick auf unsere Umwelt befinden.

Die FES arbeitet  auf eine sozial verträgliche und entwicklungskonforme Klima- und Energiepolitik auf der Grundlage eines tragfähigen internationalen Regimes hin. Dazu unterstützen wir eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Schlüsselthema Klimagerechtigkeit, um durch intensiven Austausch auf regionaler und globaler Ebene Fortschritte hinsichtlich einer politischen Praxis der gemeinsamen, aber unterschiedlichen Verantwortlichkeiten zu erreichen. Gerechtigkeit muss dabei Maßstab nicht nur für die Zuweisung von Rechten und Pflichten in den Bereichen Minderung und Anpassung sein, sondern von Anfang an auch das Prinzip, an dem sich der notwendige Aufbau nachhaltiger Wirtschafts- und Gesellschaftsstrukturen zu messen hat.

mehr

Artikel

Was bedeutet Nachhaltigkeit für Sie?

Dr. Vandana Shiva, Trägerin des alternativen Nobelpreises, Hauwa Umar-Mustapha, Klimazeugin, und Chico Whitaker, Mitgründer des Weltsozialforums in Brasilien, nehmen Stellung zur Frage: Was bedeutet Nachhaltigkeit?

→mehr

Climate Change and Human Rights

To keep climate change in mind is essential for protecting human rights around the world since dealing with climate change especially includes questions of global justice, governance and alternative models of development. The next years will show how governments will address those new challenges.

→mehr

Internationale Fachkonferenz „Für eine gerechte Klimapolitik“

Fragen von Klimagerechtigkeit stehen im Zentrum der internationalen Klimadebatte. Was aber kann Gerechtigkeit in einem Feld heißen, das geprägt ist von historischer Ungerechtigkeit, wirtschaftlicher Ungleichheit und der gemeinsamen Verantwortung für die Zukunft?

→mehr

Aktuelle Publikationen