Über uns

Nachhaltigkeit gestalten – gerecht, solidarisch, demokratisch

Verstehen.

Die Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung (UNCED) 1992 in Rio de Janeiro markierte einen Meilenstein der internationalen Umweltpolitik: Auf der Grundlage der im Brundtland-Bericht von 1987 formulierten und bis heute anerkannten Definition von nachhaltiger Entwicklung als „eine Entwicklung, die den Bedürfnissen heutiger Generationen Rechnung trägt, ohne die Möglichkeiten zukünftiger Generationen zu gefährden, ihren eigenen Bedürfnissen nachzukommen“, wurde Nachhaltigkeit als Gesamtkonzept definiert, das neben der ökologischen auch eine ökonomische und eine soziale Dimension umfasst. Damit wurden zum ersten Mal Umwelt- und Entwicklungsfragen in einen umfassenden Ansatz integriert und gemeinsam innerhalb eines breiten internationalen Rahmens diskutiert.

Zwanzig Jahre später hat sich ‚Nachhaltigkeit‘ zu einem der zentralen Begriffe unserer Zeit entwickelt und ist dennoch als universales Leitbild für die Zukunft umstritten. Dies liegt zum einen an der Unbestimmtheit des Begriffes selbst, der scheinbar beliebig verwendet werden kann – und wird – und gerade in der aktuellen Debatte häufig auf Fragen umweltverträglichen Wirtschaftens verkürzt wird. Zum anderen ist die Idee der Nachhaltigkeit auch 20 Jahre nach dem Erdgipfel in Rio noch immer kaum in der politischen Praxis angekommen: statt umfassende Nachhaltigkeitsstrategien und –konzepte zu fördern, findet häufig, wenn überhaupt, ein „greenwashing“ bestehender Strukturen statt. Dies ist insbesondere deswegen nicht nachvollziehbar, weil das Zusammentreffen schwerwiegender ökonomischer, ökologischer und sozialer Krisenerscheinungen in den letzten Jahren die Notwendigkeit eines alle Dimensionen von Nachhaltigkeit berücksichtigenden Umbaus unserer Gesellschaften überdeutlich gemacht hat.

Ziele setzen.

Die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) setzt sich kritisch mit dem Begriff der Nachhaltigkeit auseinander und entwickelt Konzepte, wie die Idee der Nachhaltigkeit in der politischen Praxis einen umfassenden gesellschaftlichen Wandel fördern kann. Wir arbeiten aktiv darauf hin, die soziale Dimension des Nachhaltigkeitskonzepts zu stärken und soziale Gerechtigkeit, Solidarität und Demokratie als zentrale Elemente in Modelle nachhaltiger Gesellschaftsformen zu integrieren.

Handeln.

Soziale Gerechtigkeit, Demokratie, Solidarität und Freiheit bilden die Fundamente eines jeden nachhaltigen Gesellschaftsmodells. Entsprechend bauen unsere Aktivitäten zu den thematischen Schwerpunkten Nachhaltiges Wirtschaften, Global Governance, Klimagerechtigkeit sowie Nachhaltigkeit und Demokratie auf dem Verständnis auf, dass Nachhaltigkeit ein mehrdimensionales Konzept ist, das ökologische, wirtschaftliche und soziale Aspekte sowie die Frage gesellschaftlicher Partizipation umfasst und dessen Ziel es ist, sich demokratisch auf ein Gesellschaftsmodell zu verständigen, das auf dem nachhaltigen Umgang mit natürlichen wie auch menschlichen Ressourcen basiert. Durch die gezielte Einbindung der internationalen Zivilgesellschaft tragen wir dazu bei, notwendige Transformationsprozesse gerechter und transparenter zu gestalten und an die Gesellschaft rückzubinden.

Aus unserem Verständnis von Nachhaltigkeit resultiert außerdem die Forderung, ökologisch nachhaltige Wirtschaftsmodelle nicht gegen entwicklungspolitische Zielsetzungen auszuspielen. Sozialverträglichkeit muss im Kontext von Entwicklungs- und Schwellenländern eben immer auch bedeuten, dass entsprechende Konzepte eines nachhaltigen Wandels Entwicklungspotenziale eröffnen. Um diese Potenziale zu befördern und zugänglich zu machen, stärken wir den Dialog zwischen gesellschaftspolitischen Akteuren aus Entwicklungs-, Schwellen- und Industrieländern und unterstützen so den notwendigen Prozess der Annäherung verschiedener Positionen und Interessen.